Eurostreifen, probeweise Überquerung, München 1995

Am 27. Juli 1995 lädt das Department für öffentliche Erscheinungen zur ersten probeweisen Überquerung des EUROSTREIFEN ein. Da der EUROSTREIFEN ein modifiziertes Detail innerhalb des bestehenden Verkehrszeichensystems ist, wird die Veränderung von den zuständigen Behörden als eine Gefährdung interpretiert. Im Fall eines Unfalls können die AutofahrerInnen, so die Argumentation, die Unwissenheit gegenüber der modifizierten Form geltend machen. Aus diesem Grund wird die probeweise Überquerung des EUROSTREIFEN nur innerhalb von Absperrungen durch Verkehrszeichen der gültigen Straßenverkehrsordnung und unter Polizeischutz erlaubt. In dieser »neutralen« und »rechtsfreien« Zone kann die Öffentlichkeit erstmals den EUROSTREIFEN überqueren und sich zudem vor Ort über die Initiative des Department für öffentliche Erscheinungen informieren.

TURN IT!

Eine Initiative für ein fußgängerfreundliches Verkehrskonzept. Unter dem Motto »Turn it!« startet das Department die Initiative für ein fußgängerfreundliches Verkehrskonzept und um den EUROSTREIFEN bis zum Jahr 2000 europaweit einzuführen. Mit Distributionsstrategien, die an eine Bürgerinitiative erinnern, stellt das Department das neue Verkehrskonzept einer breiten Öffentlichkeit vor.
Mit der Verteilung von deutsch- und englischsprachigen Informationsbroschüren, Postkarten und Aufklebern wirbt das Department für sein neues Verkehrskonzept. Zudem startet es eine Mailingaktion, in der die UnterstützerInnen der Initiative PolitikerInnen unterschiedlicher Parteien der Bundesrepublik Deutschland anschreiben und auffordern, sich für die europaweite Einführung des EUROSTREIFEN einzusetzen.

Abmeldung, München 1996

You are a public appearance, New York 1996

Projekt im öffentlichen Raum von New York, Mai 1996
Die Antwortkarten auf die Frage »Do you have any suggestions or comments being on this site?« aus der Aktion im öffentlichen Raum in New York geben einerseits Aufschluss über die unterschiedlichen Vorstellungen der Bevölkerung von öffentlichen Erscheinungen. Andererseits definieren sie auch die Zuständigkeitsbereiche des in New York nicht als Künstlergruppe bekannten Department für öffentliche Erscheinungen. Die Bandbreite der eingegangenen Antworten reichen von sehr praktischen Handlungsanweisungen, über Definitions- und Interpretationsversuche von öffentlichen Erscheinungen bis hin zu poetischen und philosophischen Antworten.
Gefördert von der Erwin und Gisela von Steinerstiftung München

ACT, Art Culture Technology, New York 1998

Distribution einer Duftkarten, Solomon R. Guggenheim Museum, New York, 25. und 26. Juni 1998
An den Eröffnungsabenden der Ausstellung »The Art of the Motorcycle« verteilt das Department die Duftkarte ACT vor dem Solomon R. Guggenheim Museum. Unter die Vernissagegäste gemischt, gelingt es eine halbe Stunde lang als Teil der Eröffnungsaktivitäten zu agieren, bis schließlich Ordnungshüter des Museums die Department-MitgliederInnen des Geländes verweisen.
act – art, culture, technology – verdeutlicht auf sinnliche Art und Weise die Vereinnahmung der Kunst durch kommerzielle Interessen. act tritt mit der Aufmachung seiner Duftkarte eindeutig als Werbekampagne auf – um ebenso eindeutig mit dem Benzingeruch, der anstelle eines erwarteten Parfümdufts in die Nase dringt, dem üblichen Verkaufszweck zuwider zu laufen. In diesem Spannungsfeld entfaltet sich sein kritisches Potential.

Öffentliche Intimität, München 1999

Telefonieren im öffentlichen Raum, November 1999, gefördert vom Kunstfonds e.v. Bonn
Die zunehmende Verbreitung des Mobiltelefons hat den öffentlichen Raum entscheidend verändert. Früher trennte der architektonische Raum der Telefonzelle Privates von Öffentlichem. Im Gegensatz dazu findet jedes Handytelefonat unverortet – obwohl jederzeit ortbar – in der Öffentlichkeit statt. Mobiltelefonieren wird zu einer ungeregelten Situation, die immer von allen Beteiligten als interaktive Handlung mitbestimmt wird.
Am Karlsplatz wehen vier weiße Fahnen, die den roten Schriftzug »Willkommen« und das Logo des Department tragen. Aus Lautsprechern ertönt in regelmäßigen Abständen typisches Handyklingeln. Eine freundlich-bestimmte Frauenstimme sagt: »Hallo, wir begrüßen die durch Anruf anwesende, unsichtbare Person im öffentlichen Raum.« Das Department für öffentliche Erscheinungen benutzt in seiner audio-visuellen Installation das typische Erscheinungsbild städtischer Begrüßungszeremonien und die Form öffentlicher Durchsagen.

MOBILINE, Ljubljana, 2000

Die Hilfslinie für die Sicherheit auf Gehwegen, Aktion und Ausstellung, Galeria Skuc, Ljubljana
Zeitgleich zur Manifesta kuratieren Margarethe Makovec und Anton Lederer von der Grazer Galerie <rotor> die Ausstellung psychedelic in den Räumen der Galeria Skuc in Ljubljana. Für die Dauer der Ausstellung vom 20. Juli bis 13. August 2000 wird die MOBILINE, eine weiße, reflektierende Hilfslinie, auf dem Gehweg vor der Galerie appliziert.
Zusätzlich befinden sich an der Fassade der Galerie vier Lautsprecher. In regelmäßigen Abständen ertönt aus ihnen typisches Handyläuten und die folgenden Slogans in englischer und slowenischer Sprache: »Ring, ring – Sie sind nicht allein!«, »Ring, ring – Sprechen braucht Platz!«, »Ring, ring – Unsichtbare Gesprächspartner bevölkern den öffentlichen Raum!« und »Ring, ring – Wir begrüßen die durch Anruf anwesenden, unsichtbaren Personen!«.

On Translation : The Adapter

Kollaboration mit Antonio Muntadas, artists-in-residence, Art in General, New York, Mai bis Juli 2000
Unter dem Titel ON TRANSLATION : THE ADAPTER benutzen Muntadas und das Department für öffentliche Erscheinungen die Räumlichkeiten bei Art in General als Atelier, Diskussionsplattform, sowie als Ausstellungsraum.
Im Mittelpunkt steht die Frage »What is your interpretation of an adapter?« Neben der eigenen Recherche wird auch das Publikum mittels E-mails und in der Galerie ausgelegten Fragebögen in den Untersuchungsprozess mit einbezogen.
Am Ende der Residence entsteht ein gedrucktes Plakat, das auch Beipackzettel in einer Adapter-Schachtel ist.

Die öffentliche Steckdose, log.in (netz|kunst|werke), Nürnberg 2000

Das Department benutzt die projekt-begleitenden Printmedien um die Öffentlichkeit über den Fortgang der Initiative der Öffentlichen Steckdose zu informieren. Gemäß der vier Phasen des Konzepts – Ankündigung, Realisierungsbeginn, Modifizierung und Kommerzialisierung – schaltet das Department vier Anzeigen in den Informationsperiodika log.1 bis log.4.
In den Städten Erlangen, Nürnberg und Schwabach sperrt das Department 5x5 m große Bereiche ab und stellt ein Bauschild auf, das die Errichtung der ÖFFENTLCHEN STECKDOSE ankündigt. Während des gesamten Projektzeitraums bleiben die drei Baustellen die einzige Materialisierung der ÖFFENLICHEN STECKDOSE im öffentlichen Raum.